Santorini – Insel der seeligen Instagrammer

Unser Flug nach Santorini startete diesmal in München, da es ein relativ günstiges Angebot von den Urlaubspiraten gab (660 Euro pro Person für Flüge und Hotel inkl. Frühstück für 7 Nächte in der Hauptsaison Juli). Stefan fuhr von Wien los, ich von Innsbruck – Treffpunkt war dann am Bahnhof München Ost, von dort aus ging es gemeinsam zum Flughafen. Der Münchner Flughafen ist super ausgestattet für Last-Minute-Vorbereitungen und wir konnten noch ein paar dringende Einkäufe erledigen (Schmuck-Abverkauf bei Parfois :D). Der Flug nach Santorini dauert etwa zweieinhalb Stunden und verlief in unserem Fall bis auf ein paar kleine Turbulenzen ruhig. Snacks oder Getränke an Board waren nicht inkludiert, sind uns bei der relativen kurzen Flugdauer aber auch nicht abgegangen. Bei Bedarf kann man sich  beim Boardpersonal Sandwiches, Säfte, Kaffee etc. kaufen.

Angekommen in Santorini, begrüßten uns dreißig Grad und starker Wind, der unser ständiger Begleiter werden sollte. Auf den ersten Blick wirkt die Insel braun und sehr trocken, logisch bei der Hitze und kaum Regen. Wir haben während des ganzen Aufenthalts kaum ein Wölkchen am Himmel gesehen. Auch in der Tierwelt ist die Artenvielfalt bescheiden. Pferde und Esel werden als Nutztiere gehalten, ansonsten sieht man mit viel Glück mal einen Hasen in der freien Wildbahn. Dafür gibt es viele Eidechsen. Auch Insekten wären uns nicht aufgefallen.

Da wir (zum ersten Mal) eine Pauschalreise gebucht hatten, gab es einen Shuttlebus zu unserem Hotel. Der musste gleich mal fünfzehn Minuten auf uns warten, weil wir uns wie gewohnt erstmal auf eigene Faust auf den Weg machen wollten und erst dann bemerkt haben, dass eine Dame bei der Ankunft auf uns wartete. Wie ihr euch vorstellen könnt, brachte uns die Aktion nicht unbedingt den Beliebtheitspreis bei den anderen bereits im Bus wartenden Gästen ein. Aber hey, wenigstens war er klimatisiert 🙈

Unser Hotel hieß Mediterranean White Resort und lag nicht weit entfernt vom Flughafen. Zu Fuß, wie wir es ursprünglich geplant hatten, wäre es aber dann doch zu weit gewesen mit den Koffern, weil man das Flughafengelände einmal komplett umlaufen muss (ca. 40 Minuten). Deswegen waren wir über den Shuttlebus, der uns bis vor die Hoteltür brachte, ziemlich dankbar. Die Landebahn liegt parallel zum Hoteleingang, man sieht die Flugzeuge sehr nahe beim Start und hört sie natürlich auch. Uns hat das aber eigentlich nicht gestört, solange die Fenster in  der Nacht zu waren. Bei der Poollandschaft, die echt schön ist, hört man den Flughafen gar nicht. Der Check-in verlief unkompliziert, wir müssten nur die Vouchers vorzeigen, die wir per Mail von Alltours erhalten hatten, dann würde unser Gepäck in die kleine Windmühle gebracht, wo sich unser süßes, kleines Zimmer befand. Es war natürlich keine Luxussuite, aber ganz in weiß gehalten mit in den Wänden verbauten Schränken und Laden genau das, was wir uns für unseren ersten gemeinsamen Griechenland-Urlaub vorgestellt hatten. Nachdem wir das Hotel erkundet hatten, ging es gleich mal auf Nahrungssuche – es war mittlerweile spät geworden. Gleich neben dem Hotel führt ein Weg zu einem Strand mit schwarzem Kies (an einem kleinen Supermarkt vorbei), wo es Liegen und Schirme gibt. Ob die zu unserem Hotel gehören, haben wir nie herausgefunden, aber da der Strand eher wenig besucht ist, hat es auch keinen gestört, wenn wir sie in Beschlag genommen haben. Geht man Strand entlang, kommt man nach etwa fünf Minuten zum Restaurant Galini, wo wir unser erstes Abendessen (die Fischplatte ist lecker) in Griechenland und den berühmten griechischen Sonnenuntergang genossen.

 

Tag 1 – Kamari, Fira

Den ersten Tag unseres Insellebens starteten wir mit einem späten Frühstück – das sollte sich auch in den restlichen Tagen nicht ändern 🙂  Es gibt ein reichhaltiges Buffet, nichts Ausgefallenes, aber wir waren sehr zufrieden. Nach dem Frühstück bekamen wir unser Quad, das wir erstmal für vier Tage gemietet hatten, direkt zum Hotel geliefert. Wir wollten erstmal testen, ob es als Fortbewegungsmittel reicht und haben dann schlussendlich für den ganzen Aufenthalt verlängert. Bezahlt haben wir dafür 240 Euro für 6 Tage. Das Fahrgefühl ist echt ein Wahnsinn, vor allem weil es auch zahlreiche Offroad-Wege gibt, wo man sein Fahrkönnen richtig testen kann. Auch beim Parken ist es ein Vorteil.

Unser erster Ausflug führte uns nach Kamari, einem kleinen Badeort mit einer netten Promenade, an der sich ein Lokal an das andere reiht. Die meisten davon haben entweder einen Pool oder einen Strandzugang und bei einem gewissen Mindestkonsum kann man die Liegen und Schirme ganztags benutzen. Wir wollten aber gleich noch mehr von der Insel sehen und machten uns auf den Weg nach Fira, dem Hauptort der Insel (nicht zu verwechseln mit Thira (Aussprache: Theera), wie die komplette Insel genannt wird).

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Fira sieht genau so aus wie man es von Griechenland-Postkarten kennt: weißgetünchte Häuser mit blauen Türen, bewachsen mit Bougainvillea, und Kirchen mit blauen Kuppeln, die entlang der 400 Meter hohen Caldera gebaut sind und ineinander verlaufen. Wir hatten laut Einheimischen einen relativ ruhigen Tag erwischt, trotzdem war der Besucherandrang groß. Wir ließen uns durch die vielen verwinkelten Gassen treiben – Plan braucht man eigentlich nicht, man kann einfach gemütlich herumspazieren und kommt automatisch zu den vielen tollen Aussichtspunkten. Gemütliche Schuhe sind von Vorteil, da es viele Stufen gibt und der Boden manchmal uneben ist.

Am Nachmittag wollten wir uns eigentlich schon zurück auf den Weg zu unserem Quad machen und weiterfahren, sind dann aber an der schönen Poolanlage des Santorini Palace vorbeigekommen. Wir haben bei der Rezeption nachgefragt, ob wir uns an den Pool legen können und haben sogar Handtücher dafür bekommen. Nach zwei entspannten Stunden hatten wir Hunger bekommen und machten uns auf den Weg zum Restaurant Vanilia, das uns vorher wegen der schönen Terrasse aufgefallen war. Da es kurz vor Sonnenuntergang war, bekamen wir ohne Reservierung nur durch Glück noch einen Platz mit etwas Ausblick. Zu essen gab es für uns Tzatziki, Gyros und Calzone.

Sobald die Sonne weg ist, wird es etwas kühler in Santorini, also Weste mitnehmen. Im Zentrum von Fira ist auch am Abend einiges los und es gibt viele Lokale mit Live-Musik. Wir ließen den Tag gemütlich bei einer Shisha ausklingen und machten uns dann auf den Weg zurück ins Hotel.

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Tag 2 – Oia

Heute stand Oia (Aussprache: Ia) auf dem Plan, der Ort, von dem wir vor unserer Anreise am meisten gehört hatten. Vom Aussehen her sind Oia und Fira sehr ähnlich, vom Gefühl her ist Oia einen Tick luxuriöser. Es gibt echt viele gutaussehende Leute mit tollen Outfits und gefühlt an jeder dritten Ecke findet ein semi-professionelles Foto-Shooting mit Lichtreflektoren etc. statt. Sehr nett sind die versteckten kleinen Shops, wo man von Büchern, Souvenirs bis zu Kleidung alles kaufen kann.

Es gibt auch die Möglichkeit, die 300 Stufen zum Ammoudi Bay hinunter (und dann natürlich wieder hinauf) zu laufen. Hier gilt das Motto „Der Weg ist das Ziel“, denn der Ausblick ist die Anstrengung jedenfalls wert. Man kann sich auch von Eseln auf und ab tragen lassen. Wenn man aber einmal zugeschaut hat wie sich die Tiere auf den betonierten Stufen abmühen müssen, vergeht es einem. Außerdem schadet die Bewegung ja nicht – bei den ganzen griechischen Leckereien. Unten gibt es einige Tavernen und auch Bademöglichkeiten.

Mittlerweile waren wir etwas erschöpft von der Hitze und dem Gehen und haben es uns in einer Pool Bar bei einem Smoothie gemütlich gemacht. Zurück im Hotel haben wir uns das WM-Finale Kroatien gegen Frankreich angeschaut (Glückwunsch an Frankreich zum Sieg) und uns danach einen Snack bei dem kleinen Supermarkt um die Ecke geholt. Das Essen haben wir mit an den Strand genommen, der abends komplett verlassen und dunkel ist – perfekt um die Sterne zu sehen.

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Tag 3 – Akrotiri, Red Beach, Vlichada Beach

An unserem vierten Tag stand Kultur auf dem Plan, wir machten uns nach einem späten Frühstück auf zu der Ausgrabungsstätte Akrotiri im Süden der Insel. Kurz bevor man die Ausgrabungen erreicht, kommt ein kostenpflichtiger Parkplatz, gleich um die Ecke oder beim Red Beach kann man aber gratis parken. Der Eintritt für die Ausgrabungsstätte ist für EU-Studenten und Personen unter 18 Jahren gratis, ansonsten bezahlt man 12 Euro. Die Ausstellung zeigt einen Teil einer Stadt, die etwa im 2. Jahrtausend  vor Christus bei einem Vulkanausbruch verschüttet und konserviert wurde. 1967 wurde sie von einem Ärcheologen entdeckt und nach und nach freigelegt. Wir haben uns einen Teil der Stadtmauern gemeinsam mit einer Reisegruppe angeschaut und den Rest selbst recherchiert (Wlan sei Dank). Interessant waren auch die Auswirkungen, die die Entdeckung der Überreste auf den kleinen Ort Akrotiri hatte, der davor vollkommen abgeschnitten vom Rest der Insel war und dessen Bewohner zu einem großen Teil Analphabeten waren. Für die Ausgrabungen wurden alle männlichen Ortsbewohner angestellt, was für viele die erste bezahlte Arbeit darstellte. Durch den Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern rückte Bildung mehr in den Fokus.

Danach ging es ab zum Red Beach, der etwa fünfzehn Minuten zu Fuß entfernt ist. Turnschuhe sind empfehlenswert, da ein Teil des Weges steil und steinig ist. Der Name Red Sand kommt von den roten Felsen, die den Strand umrahmen. Der Strand selbst besteht aus schwarzem Kies, der an manchen Stellen sehr feinkörnig ist. Man darf sich hier also keinen hellen, feinen Sandstrand vorstellen – diese gibt es aber auf Santorini ohnehin nicht. Zwischendurch wirbelt der Wind die feinen Steine auf, die dann wie kleine Nadelstiche die Haut treffen. Trotzdem ist der Strand sehr gut besucht, so dass man sich schon sein Plätzchen suchen muss. Das ist wohl dem kristallklaren Wasser und der relativ guten Infrastruktur zuzuschreiben. Es halten auch Boote direkt vor dem Strand, die Touren um die Insel anbieten. Wir hatten zuvor gelesen, dass es einige Höhlen gibt, die in 1960ern von Hippies als Rückzugsort genutzt wurden und in denen sich heute Lokale befinden. Wenn wir den richtigen Ort gefunden haben, ist von den Höhlen allerdings nicht mehr viel zu erkennen.

Uns hat der nächste Stopp, Vlychada Beach, besser gefallen. Hier hat sich die Besucheranzahl auf eine wesentlich längeren Abschnitt aufgeteilt und der Untergrund war weich durch relativ feinen Kies. Beeindruckend sind die Steinformationen, die rund um den Strand aufragen. Man hat den Eindruck als wären diese gemeißelt – sie sind aber komplett natürlich entstanden. Hier kann man auch Kayaks und Paddelboards mieten, außerdem gibt es nette Lokale, die wir aber nicht getestet haben. Es soll starke Wasserströmungen geben, weswegen abgeraten wird, hier mit Kindern zu schwimmen.

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Gegen Abend fuhren wir nochmal in die Hauptstadt Fira, weil unser Mac die SD-Karte nicht erkannt hat. Es ist gar nich so leicht auf einer Insel wie Santorini ein entsprechend ausgerüstetes Geschäft zu finden. In Fira hatten wir aber Glück bei Photo Digital (Danezi M 207, Thira 847 00) und bekamen einen Card Reader, so dass wir am Abend zurück im Hotel auch wieder Videos schneiden konnten.

Tage 4 und 5 – Pool und Perissa

Die nächsten zwei Tage ließen wir es etwas ruhiger angehen und verbrachten die Zeit am Pool, Strand oder mit Bummeln durch kleinere Orte wie Perissa, Imerovigli und Firostefani. Auch unser Quad kam gut zum Einsatz, wir haben es auf Offroad-Gelände getestet und uns ein bisschen ausgetobt. Eigentlich wollten wir auch ein paar schöne Aufnahmen mit unserer Drohne machen, die wir in Österreich schon erfolgreich im Einsatz hatte. Leider klappte das in Santorini nicht so gut, sie reagierte nämlich plötzlich nicht mehr auf die Befehle der Fernbedienung. Zum Glück war sie aber am Boden und es gab einen Schaden.

Einen Tipp, den wir in so gut wie jedem Reiseführer gelesen hatten, war die Wanderung zwischen Oia und Fira. Wir haben zwar nicht die ganze Wanderung gemacht, sondern sind nach Imerovigli gefahren und dann Richtung Oia gegangen, aber können es wegen der schönen Ausblicke nur empfehlen.

Tag 6 – Kamari

Da unser erster Besuch in Kamari kurz war, wollten wir vor der Abreise nochmal dort schwimmen gehen bevor es auf Bootstour ging, die wir uns für unseren letzten Abend aufgespart hatten. Gebucht haben wir die „Magische Nacht an der Caldera“ per WhatsApp über unsere Ansprechpartnerin bei Alltours. Im Vergleich zu Online-Buchungen war der Prozess etwas kompliziert, weil sie bereits vor der Abholung für die Verrechnung vorbeikommen wollte. Da wir aber nicht den ganzen Tag im Hotel warten wollten, haben wir dann ausgemacht, dass wir das Geld bei der Rezeption hinterlegen und sie die Tickets vorbeibringt. Wir wurden gegen 17:30 Uhr bei der Busstation, die drei Minuten vom Hotel entfernt liegt, abgeholt und fuhren ca. zwanzig Minuten zum Athinios Port, wo ein Segelschiff auf uns wartete. Wir waren erleichtert als sich die Leute aus unserem Bus gut auf dem Schiff verteilten und alle somit eine gute Aussicht hatten. Wir fuhren etwa drei Stunden an der Küste entlang. Zwischendurch gab es einen Stopp in einer Bucht, während dem die Crew das Buffet aufbaute und wir uns hungrig von der Seeluft auf Fisch, Huhn, Kartoffeln, Salat und Fleischbällchen stürzten. Einen zweiten Stopp gab es dann später, damit man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Als die Sonne dann komplett im Meer versunken war, ging es zurück zur Küste, wo schon der Bus zum Hotel auf uns wartete.

Tag 7 – Abreise

Leider ist die Woche viel zu schnell vergangen und wir mussten bis 12 Uhr aus dem Hotel auschecken. Wir ließen unser Gepäck bei der Rezeption und verbrachten unsere letzten Stunden in Santorini beim Pool – und fingen uns beide noch einen ordentlichen Sonnenbrand ein. Gegen 16 Uhr holte uns der Alltours-Bus ab und brachte uns zum Flughafen. Der Mini-Flughafen war komplett überlaufen. Wir wurden gleich nach dem Ausstieg aus dem Bus zu einer Warteschlange für unseren Flug nach München geführt, denn es wurden immer nur Gruppen von fünf Personen in das Flughafengebäude hineingelassen. Dort standen wir dann mal 15 Minuten, um dann zur nächsten Schlange, jetzt schon im Gebäude, gebracht zu werden. Sitzmöglichkeiten gibt es nur sehr beschränkt. Im Wartebereich vor den Gates standen alle Rücken an Rücken, als dann noch ein (Fehl-)Alarm losging, wurden einige Reisende bisschen nervös. Wir haben Santorini dann mit ein bisschen Verspätung und einem schweren Herzen verlassen.

 

 

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