Dolce Vita an der Amalfiküste

Pizza, bunte Farben, Verkehrschaos und Mafia – so ungefähr sah das Bild aus, das wir von Süditalien im Kopf hatten. Mafiosi haben wir während unserer Reise im Mai nicht kennengelernt, ansonsten kam Neapel diesen Vorstellungen aber ziemlich nahe. Und genau das macht diese Stadt so faszinierend – zwischen den heruntergekommenen Gebäuden, die einen Teil des Charmes ausmachen, verstecken sich enge verwunschene Gassen oder wunderschöne Marienstatuen. Auch spätnachts spürt man auf den Piazze noch die typisch italienische Lebenslust und nach gutem Gelato muss man auch nicht lange suchen. Einen Kontrast zum bunten, lauten Neapel bietet die Amalfiküste mit ihren steilen Klippen und engen Bergstraßen. Hier sind zwar auch viele Menschen unterwegs, aber alles wirkt ruhiger und entspannter.

Die Reise nach Süditalien war ein Geburtstagsgeschenk von der lieben Mama, die natürlich auch mit dabei war. Wir haben uns für Mitte Mai entschieden, weil es schon warm, aber nicht zu heiß (z.B. für die Vesuv-Wanderung) ist. Geflogen sind wir mit Easyjet, die sehr angenehme Abflugzeiten am Nachmittag anbieten.

Tag 1 (11. Mai 2017): Neapel

Wir sind gegen 16 Uhr in Neapel gelandet und haben ein Taxi zu unserer ersten Unterkunft, dem Medea Bed & Breakfast, genommen. Von außen hat es nicht sehr einladend gewirkt, wir waren dann aber positiv über das geräumige Appartement überrascht. Auch die Lage mitten in der Altstadt hat uns gut gefallen. Wir haben uns erstmal im Stadtzentrum umgesehen und sind dann eine Station mit der Ubahn zum Hafen gefahren. Tipp: Unbedingt bei Bar Il Chicco D’Oro (Piazza Municipio 73/75) vorbeischauen. Hier gibt es Cono Filato – eine sehr leckere Kombination aus Zuckerwatte und Eis. Danach bietet sich ein Spaziergang an der Promenade entlang bis zum Castel dell’Ovo an, der ältesten Befestigung von Neapel. Der Name „Eierfestung“ kommt von der Legende, dass der Dichter Vergil ein Ei in das Fundament gelegt haben und das Wohl der Stadt von der Unversehrtheit des Eis abhängig gemacht haben soll. Rund um die Festung gibt es einige teure Restaurants. Geht man aber weiter nach hinten, findet man bei Storie e Sapori leckere Pizza und Salat zu einem günstigen Preis. Nach dem Essen sind wir zurück in die Innenstadt, wo auch spätabends noch viel los ist. Es hat nicht lange gedauert bis wir eine nette Bar gefunden haben, um den Abend ausklingen zu lassen.

Tag 2 (12. Mai 2017): Vesuv und Pompeii

Der zweite Tag in Neapel hat früh für uns begonnen, damit wir das Mietauto rechtzeitig beim Hauptbahnhof abholen konnten. Wir hatten das Auto schon einige Wochen zuvor über die Website Rental Cars reserviert. Die Abholung verlief unkompliziert, aufpassen sollte man hier bei den Versicherungen. Wir haben bereits bei der Online-Buchung einen Vollkasko-Schutz ohne Selbstbeteiligung bezahlt. Die Dame am Sixt-Schalter wusste davon angeblich aber nichts, da die Buchung über eine andere Firma (Rental Cars) verlief. Sie wollte uns dasselbe nochmal verkaufen. Schäden am Auto werden gemeinsam mit einem Mitarbeiter kontrolliert und protokolliert – hier sehr aufmerksam sein.

Der Verkehr in Neapel erfüllt alle Klischees in Bezug auf rücksichtsloses Fahrverhalten. Wir waren froh, dass wir die Stadt schnell verlassen konnten, als wir die Autobahn in Richtung Vesuv nahmen. Wir sind ein Stück den Berg hochgefahren und haben dann etwa auf halber Höhe geparkt. Ein Shuttle-Service wird von der Parkzone angeboten, die letzten 20 Minuten zum Krater kann man nur zu Fuß über einen Schotterweg gehen. Der Nationalpark ist sehr beliebt bei Touristen, dementsprechend ist viel los. Der Ausflug sollte an einem klaren Tag stattfinden, weil man dann vom Krater auf die Küste sehen kann. Auf dem Fußweg zum Krater sieht man riesige Lavafelder. Oben angekommen kann man einen Blick in den beeindruckenden Krater werfen.

Wir entschieden uns dazu, noch an diesem Tag auch die Ruinen von Pompeii zu besichtigen. (Man könnte auch einen extra Tag dafür einplanen.) Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir haben das Gelände auf eigene Faust erkundet und kamen aus dem Staunen über die gut erhaltenen Bauwerke gar nicht heraus. Tipp: Ladet euch die App „Pompeii-Touch“ runter, wenn ihr dort seid. Sie rekonstruiert das Alte Pompeii in 3D mit einer interaktiven GPS-Karte.

Tag 3 (13. Mai 2017): Ravello und Amalfi

Am nächsten Tag starteten wir in Richtung Amalfi-Küste. Die Fahrt zu unserem zweiten Hotel führte uns an der schönen Küste entlang. Das Solaria Bed & Breakfast übertraf unsere Vorstellungen bei weitem. Wir wurden von der Gastgeberin Angela herzlich in Empfang genommen und mit Kaffee und Apfelkuchen bewirtet. Die Zimmer waren sehr sauber und liebevoll dekoriert. Das Highlight war aber die Terrasse mit dem wunderschönen Ausblick auf das Meer. Dort wurde auch jeden Morgen das Frühstück serviert: frisch gebackener Kuchen, Bruschetta, Omelette, knuspriges Brot und italienischer Kaffee.

Um 13 Uhr waren wir bereit, die Gegend zu erkunden. Angela gab uns den Tipp, den restlichen Tag in Ravello zu verbringen und unbedingt eine Tour durch die „Villa Rufolo“ und die „Villa Cimbrone“ zu machen. Hier wurde in 1950er-Jahren ein Teil der Sissi-Filme gedreht. Nachdem wir in Ravello endlich einen Parkplatz gefunden hatten, gönnten wir uns am Hauptplatz erstmal ein Eis. Ravello ist ein hübscher kleiner Ort – zwei Stunden sind aber genug um alles zu sehen. Es gibt einige schicke Lokale, die aber eher für ein ausgedehntes Dinner als für einen Snack am Nachmittag zu empfehlen sind. Die Besichtigungen der Villen haben wir ausgelassen, weil die Touristenschlange schon beim Kartenverkauf sehr lange war. Unsere Gastgeberin Angela meinte später, wir müssten unbedingt wieder zurückfahren und die Villen anschauen, was wir aber nicht getan haben. Ob sie wirklich so sehenswert ist, können wir also nicht beurteilen.

Stattdessen machten wir uns auf den Weg nach Amalfi – eine Kleinstadt mit knapp über 5.100 Einwohnern. Hier kann man sich gut in den vielen Gässchen verlieren und es gibt viele Details an den Häuserwänden zu sehen. Die Stadt ist auf Touristen ausgerichtet, aber auf eine charmante Art und Weise mit kleinen Cafes und bunten Souvenirläden. Beeindruckend ist vor allem der Dom aus dem 10. Jahrhundert, der eine lange architektonische Geschichte hinter sich hat.

Tag 4 (14. Mai 2017): Positano

Obwohl auch in Positano viele Menschen unterwegs sind, strahlt der Ort Ruhe aus. Es ist die Kombination aus Meerblick, Steilküste und den bunten kleinen Häusern, die eine Faszination ausübt und die Blicke der Besucher fesselt. Dolce Vita ist wohl der Begriff, der das Lebensgefühl am besten beschreibt. Man könnte Stunden an ein und derselben Stelle verbringen und sich vom Panorama beeindrucken lassen – ohne dass einem langweilig werden würde. Da wir aber nur einen Tag für Positano eingeplant hatten, wollten wir so viele Eindrücke wie möglich sammeln. Den Vormittag verbrachten wir am Stadt-Strand „Spaggia Grande“, wo es leider sehr viele Algen und Seegras gab. Am Nachmittag spazierten wir durch die steilen Gassen und gönnten uns Eis und Aperol Spritz in einer der vielen Strandbars. Für das Abendessen suchten wir uns ein Restaurant mit schöner Terrasse und Ausblick aus. Hier sollte man nicht sparen, denn die Kombination aus gutem Essen, Sonnenuntergang und Panorama ist ein absolutes Muss in Positano.

Tag 5 (15. Mai 2017): Sorrent

Wir entschieden uns, den letzten Tag  in Sorrent zu verbringen. Die Stadt mit über 16.600 Einwohnern bot einen Kontrast zu den kleinen Küstenorten der letzten Tage. Hier gibt es  einige Möglichkeiten zum Shoppen – sowohl Kleidung und Schuhe als auch Souvenirs zu vernünftigen Preisen.

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