Frühling auf Mallorca

Ein bisschen Aufwärmen und ein bisschen Sonne nach dem kalten Winter – mit diesem Gedanken haben wir Anfang des Jahres gespielt. Als wir dann auf einer Reiseplattform ein Schnäppchen entdeckt haben, zögerten wir nicht lange und buchten Flüge nach Mallorca samt Mietwagen. Die Insel stand bei uns eigentlich nicht wirklich am Plan, trotzdem war die Vorfreude groß. Eines können wir vorab verraten – wir wurden nicht enttäuscht.

Wir sind bei der Reiseplanung meistens sehr spontan und informieren uns ein paar Tage vor Abflug auf anderen Blogs oder Instagram über die schönsten Plätze. Die Route legen wir dann ungefähr fest und reservieren Unterkünfte, die kurzfristig stornierbar sind. Wir haben uns für ein sehr komfortables und trotzdem günstiges Hotel in Port de Pollença im Norden der Insel entschieden. Beim nächsten Mal würden wir eventuell ein Hotel in der Inselmitte oder zwei verschiedene Unterkünfte am jeweils anderen Ende der Insel nehmen, weil manche Fahrten, besonders auf den Bergstraßen, viel Zeit in Anspruch nehmen.

Mit dem Wetter hatten wir großes Glück. Für März war es sehr warm – durchgehend 20 Grad und Sonnenschein. Abends wurde es natürlich kühler, aber Jeans und eine leichte Jacke waren vollkommen ausreichend. Erst am Donnerstag, unserem Abreisetag, gab es Wolken und Regen.

Tag 1

Unser Flug von Wien nach Palma ging um 6 Uhr, deswegen hieß es, sehr früh aufstehen. Wir haben gleich mal drei Wecker überhört, bis uns der bestellte Taxifahrer angerufen hat, der schon seit einer Viertelstunde vor unserer Eingangstür gewartet hatte. Innerhalb von weiteren zehn Minuten waren wir aber startklar und die Reise konnte losgehen. Nach etwa zwei Stunden Flug wurden wir in Palma von der Sonne begrüßt. Die Abholung des Mietwagens bei SIXT verlief unkompliziert – wir bekamen einen blauen Opel Corsa und haben uns natürlich wieder eine Zusatzversicherung aufschwatzen lassen 🙂 Dann ging es erstmal los in die Altstadt von Palma. Wir erkundeten die Catedral de Seu, den Palast La Almudaina und den Mercat de l’Olivar. Die Kathedrale von Palma beeindruckte uns mit ihrer Größe und Mächtigkeit, wie man das vielleicht schon von spanischen Kathedralen und Kirchen kennt. Sie sticht hervor, sobald man sich dem Stadtzentrum nähert und ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten und Bauwerke Mallorcas. In unmittelbarer Nähe zur Kathedrale findet man den Königspalast La Almudaina. Nach einem angenehmen 20-minütigen Spaziergang durch die Stadt gelangen wir über den Placa Major zum Mercat de l’Olivar. Eine typische Markthalle mit einer wirklich großen Auswahl an frischem Fisch und Fleisch, sowie Gemüse und Obst. Auf dem Weg zurück, spazierten wir die Einkaufsstraße „Passeig des Born“ entlang. Nach einem kurzen Bummel setzte die Müdigkeit ein – wir hatten nur zwei Stunden geschlafen – und wir gingen zum Auto, da wir noch einen Weg vor uns hatten. Eine Stunde Fahrt bis zu unserem Hotel im Norden der Insel. Dort fielen wir um 16 Uhr ins Bett und schliefen erstmal eine Runde. Abends weckte uns dann der Hunger und wir gönnten uns das Abendessen im Hotel und anschließend einen Spaziergang durch den kleinen Ort Port de Pollença.

Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel machten wir uns auf zum Cap Formentor, dem nördlichsten Punkt der Insel. Der Weg führte durch das Tramuntana Gebirge und dauerte etwas länger als geplant, weil auf der relativ schmalen und kurvigen Straße auch viele Radfahrer unterwegs waren. Doch das langsame Fahren zahlt sich aus, denn es bieten sich auch – aus dem Auto heraus – viele schöne Fotomotive. Danach ging es zum Playa Formentor, einem Sandstrand mit türkisblauem Wasser. Zum Baden war es zwar noch ein bisschen zu kalt, aber im Sand liegen und die Sonne genießen war auch schön. Unser nächstes Ziel waren die idyllischen Bergdörfer Fornalutx und Biniaraix, die regelmäßig zu den schönsten Orten Mallorcas gewählt werden. Die engen und verwinkelten Gassen, die efeubewachsenen Häuser und die wunderschöne Landschaft verleihen den Dörfern etwas Romantisches – man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. Es dämmerte bereits als wir im Zentrum von Sollér ankamen. Wir ließen den Tag in einem Kaffeehaus am Plaça Constitució ausklingen – mit schönem Ausblick auf die Kirche Sant Bartomeu.

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 Tag 3

Wir starten unseren Samstag in Alcúdia, wo es noch eine gut erhaltene alte Stadtmauer gibt. Die Kleinstadt ist etwas touristischer angehaucht als die Dörfer, die wir am Tag davor besucht hatten. Es gibt Cafés und einige Souvenirläden, die zum Flanieren einladen. Zu Mittag fuhren wir an den Playa de Muro, wo es uns aber etwas zu windig war. Wir entschieden uns stattdessen für einen Spaziergang durch den angrenzenden Naturpark S‘Albufera. Dann ging es weiter nach Artá, wo wir den Hügel zum Kloster Santuari de Sant Salvador hinaufspazierten. Der Ausblick über die weite Landschaft ist großartig. Nicht verpassen sollte man die Fahrt zu der Einsiedelei Ermita de Betlem. „Der Weg ist das Ziel“ ist hier überaus passend, denn wir konnten uns gar nicht sattsehen an den grünen Wiesen und hielten mehrmals an um möglichst viele Eindrücke mitzunehmen. Den Abend verbrachten wir in Santa Catalina, einem sehr jungen Stadtteil von Palma mit vielen Lokalen.

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Tag 4

Auf unsere Bucketlist stand auch der Besuch eines Wochenmarktes, die auf Mallorca sehr beliebt sind. Ein sehr schöner findet jeden Sonntag in Pollença statt. Neben Ständen mit Blumen, Käse und Gemüse gab es die leckersten Erdbeeren, die wir seit langem gegessen hatten. Damit haben wir uns nämlich für die 365 Stufen belohnt, die wir den Kalvarienberg hinaufgestiegen sind. Die Idee besteht darin, dass jede Stufe für einen Tag des Jahres steht. Beim Hinaufgehen blickt man auf das alte Jahr zurück und beim Hinabgehen überlegt man sich Wünsche für das neue Jahr. Am Nachmittag machten wir einen Ausflug zu den Tropfsteinhöhlen Coves del Drac in Porto Cristo. Die einstündige Tour durch das Höhlensystem kostet 15 Euro (Stand März 2017) und war sehr beeindruckend. Das Highlight war definitiv die Musikshow auf dem größten unterirdischen See Europas. Alle Lichter wurden ausgeschaltet und fast gespenstisch tauchten wunderschön beleuchtete Boote auf. Eine Violinistin und ein Pianist verzauberten mit sanften Klängen das Publikum. Danach durften wir auf den Booten zum Ausgang der Höhle mitfahren. Draußen angekommen zahlt es sich aus, das Gelände zu erkunden. Wir waren fasziniert von dem Pfau, der ohne Scheu vor uns herumstolzierte. Auch in der Nähe des Höhleneingangs gibt es eine schöne Bucht, auf die man von oben hinunterschauen und -klettern kann. Die letzten Sonnenstrahlen nutzten wir dazu, ein paar Fotos in dem verschlafenen Städtchen Petra zu machen. Abends gab es für uns Spaghetti und Netflix.

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Tag 5

Die neue Woche begann für uns in Felanitx, einem kleinen Ort mit einer großen Kirche im Osten von Mallorca. Viel gab es hier nicht zu sehen, aber bei einem Kaffee auf dem Kirchplatz kann man das Dorftreiben gut beobachten und sich ein bisschen als Teil davon fühlen. Weiter ging es zum Naturstrand Es Trenc, wo es auch warm genug war, um kurz ins Wasser zu gehen. Das Meer ist türkis und sehr sauber. Der Parkplatz inklusive Nutzung des Strandes kostet 4 Euro. Die Farbe Türkis begrüßte uns auch in der Bucht Cala Figuera, wo man die Fischer bei ihrer Arbeit beobachten kann und eines der netten Lokale mit Blick aufs Wasser besuchen kann. Schon am Nachmittag hatten wir in Ses Salines ein schönes Restaurant entdeckt, wo wir uns dann zum Abendessen „Kristallbrot“ (knuspriges Weißbrot), Burger und Entrecote gönnten.  Danach beschlossen wir uns den berüchtigten Ballermann anzusehen, der natürlich im März noch nicht offen hatte. Dementsprechend ist die Gegend ziemlich unspektakulär, der Spaziergang an der Promenade in Gesellschaft von Straßenmusikern und anderen Pärchen war trotzdem sehr nett.

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Tag 6

Am vorletzten Tag unserer Reise zog es uns wieder in den Westen von Mallorca. Unser erster Stop war die Bucht Cala Tuent, die versteckt inmitten einer sehr ländlichen Gegend liegt. In der Nähe vom Strand gab es eine Weide mit einem Esel und einem Pferd, die sich streicheln ließen. Diesmal wurde es nichts mit Baden, weil der Wind sehr stark war. Unsere Reise ging weiter über gewundene Bergstraßen bis wir Deía, unseren absoluten Lieblingsort auf Mallorca, erreichten. Die kleine Gemeinde hat etwas Magisches an sich und wirkt wie aus einem Gemälde entsprungen – kein Wunder, dass sie gerade bei Malern früher sehr beliebt war. Wir konnten uns gar nicht sattsehen, mussten aber nach einer Stunde weiter, weil es schon langsam dunkel wurde. Das Dörfchen Valldemossa liegt einige Kilometer weiter – wir haben es aber nur aus dem Auto heraus angesehen. Auch durch Andratx sind wir nur durchgefahren. Dafür haben wir aber einen kleinen Stop in Port d’Andratx gemacht, wo man auf eine kleine Insel blicken kann. Auf dem Weg zurück ins Hotel stoppten wir in Palma noch bei einem großen Supermarkt „Carrefour“ und deckten uns mit Snacks ein.

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Tag 7

Unseren letzten Tag verbrachten wir mit einem gemütlichen Stadtbummel durch Palma. Es ging sich auch noch ein bisschen Shopping aus. Da wir aber nur Handgepäck hatten, war es etwas schwierig, die wenigen gekauften Sachen noch unterzubringen. Unbedingt sehen wollten wir noch „Es Pontas“ in Santanyi, einen beeindruckenden Felsbogen im Meer. Hier muss man einen kurzen Weg durch den Wald gehen bis zu einer Aussichtsplattform. Eine noch bessere Aussicht gibt es aber, wenn man den Berg hochgeht.

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Tag 8

Schweren Herzens machten wir uns um 6 Uhr in der Früh auf den Weg zum Flughafen. Das Mallorca mehr ist als das abgedroschene Klischee vom Ballermann war uns bekannt. Dass uns die vielfältige Landschaft, die Architektur und die Ruhe des Inselalltags allerdings so sehr berühren würde, hat uns überrascht.

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